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Tipps für richtiges Heiz- und Lüftungsverhalten


richtig heizen und lüften

 

Zeigt sich in einer Wohnung Schimmel, so stellt sich schnell die Frage, wer dafür verantwortlich ist. Verständlicherweise reagieren viele Vermieter zunächst ablehnend und geben dem Mieter und einem eventuell falschen Wohn-, Heiz- und Lüftungsverhalten die Schuld. Diese Reaktion ist nachvollziehbar, denn schließlich kann der Vermieter nur mutmaßen wie der Mieter mit der Wohnung umgeht, doch solch eine pauschale Schuldzuweisung lässt unbedacht, dass auch zahlreiche bauliche Mängel oder auch Modernisierungsmaßnahmen (und ein nicht angepasstes Lüftungsverhalten) zur Schimmelbildung führen können.


Dennoch ist für Vermieter und Mieter immer wichtig:
Richtig heizen und richtig lüften ist nicht nur energiesparend, sondern schützt auch vor Schimmelbildung durch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten.


Folgende Tipps können Ihnen helfen, Schimmel und somit weiteren Ärger zu vermeiden. Sollte sich trotz der Beachtung der nachfolgenden Ratschläge Schimmel zeigen, kann ihnen z.B. ein Baubiologe bei der Ursachenforschung helfen.

  • Täglich mehrfach Stoß lüften, jedenfalls morgens und abends die ganze Wohnung durchlüften und für einen kompletten Luftaustausch sorgen. Dabei die Fenster ganz öffnen und nicht nur auf Kipp-Stellung, denn das bringt nicht viel und verbraucht nur Energie. Am besten kurz für Durchzug sorgen. Dabei gilt die Faustformel: eh größer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist und je mehr Wind geht, desto kürzer muss gelüftet werden. Meist reichen 5 Minuten völlig aus.
  • Sind neue Isolierglasfenster verbaut, dann muss unter Umständen häufiger gelüftet werden. Achten sie auch auf eine Luftzirkulation im Raum selbst, deshalb Schränke nicht direkt an den Wänden aufstellen, sondern mindesten 2-4 cm Abstand einhalten.
  • Nicht nur im Winter, sondern auch in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst sollte die Raumtemperatur nicht zu gering (unter 18 Grad) und nicht zu hoch (über 22 Grad) sein, wobei nachts gegen eine Absenkung der Temperatur im Schlafzimmer nichts spricht. Zu beachten ist aber, dass je kälter ein Raum ist, desto häufiger sollte gelüftet werden. Bei Räumen mit stark unterschiedlichen Temperaturen sollten jedoch auch tagsüber die Innentüren geschlossen sein.
  • Lassen sie die Räume nie ganz auskühlen, sondern erhalten sie auch bei Abwesenheit eine gewisse Grundtemperatur, zum Beispiel indem sie die Nachtabsenkung am Thermostat wählen, denn das komplette Wideraufheizen der Wohnung braucht mehr Energie und ist teurer, als die Absenkung.
  • Heizen sie nicht durch „Überschlagenlassen“ der Temperatur von einem anderen Raum, denn das bringt nur warme und deshalb feuchte Luft mit sich. Ebenfalls sollte darum das Bad ordentlich nach dem Duschen oder Baden gelüftet werden und nicht einfach durch Öffnen der Innentür sich die warme, feuchte Luft in der ganzen Wohnung verteilen. Das gilt auch nach dem Kochen oder beim Wäschetrocknen und Bügeln; diese Räume müssen häufiger gelüftet werden, am besten z.B. schon während dem Kochen.
  • Hat das Bad kein Fenster, dann auf dem kürzesten Weg durch ein anderes Zimmer lüften. Ansonsten gilt, jeden Raum sofern möglich direkt nach draußen lüften und nicht über einen anderen Raum.

Sie haben alle Tipps beachtet und trotzdem bildet sich Schimmel in ihrer Wohnung? Dann kann ihnen ein Baubiologe oder ein Sachverständiger bei der Suche nach den Gründen helfen; denkbar sind zum Beispiel folgende Probleme:

  • eindringendes Wasser im Mauerwerk, z.B. durch ein undichtes Flachdach
  • schadhafter oder unzureichend isolierter Außenwände
  • undichte Rohrleitungen
  • Kondenswasserbildung an den Innenseiten der Hausaußenwände bei unzureichender Wärmedämmung sowie durch Kältebrücken  

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