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Abweichnung der Wohnfläche (Mietvertrag)


Häufig wird im Mietvertrag die Wohnfläche des Mieträume angegeben. Nicht selten wird hierbei großzügig aufgerundet, denn mit der Wohnfläche steigt natürlich auch die monatliche Miete. Was aber tun, wenn die 80 qm Wohnung tatsächlich nur 60 qm hat?

 

Die sich hierbei ergebenden Probleme vielschichtig und betreffen fast alle Bereiche des Mietrechts:

 

Miete / Mietzins:

 

BGH NJW 2004, 1947 

  • Weist eine gemietete Wohnung eine Wohnfläche auf, die mehr als 10 % unter der im Mietvertrag angegebenen Fläche liegt, stellt dieser Umstand grundsätzlich einen Mangel der Mietsache im Sinne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB dar, der den Mieter zur Minderung der Miete berechtigt. Einer zusätzlichen Darlegung des Mieters, daß infolge der Flächendifferenz die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch gemindert ist, bedarf es nicht.

Mieterhöhung / Mieterhöhungsverlangen des Vermieters:

 

BGH NJW 2007, 2626 

  • Übersteigt die tatsächliche Wohnfläche die im Mietvertrag vereinbarte Wohnfläche, so ist einem Mieterhöhungsverlangen des Vermieters die vertraglich vereinbarte Wohnfläche zugrunde zu legen, wenn die Flächenüberschreitung nicht mehr als 10 % beträgt (Fortführung des Senatsurteils vom 7. Juli 2004, VIII ZR 192/03, NJW 2004, 3115). 

Nebenkosten / Betriebskosten Abrechnung:

 

BGH, Urteil vom 31.10.2007, Az: VIII ZR 261/06

  • Weicht die im Mietvertrag vereinbarte Wohnfläche von der tatsächlichen Wohnfläche ab, so ist der Abrechnung von Betriebskosten die vereinbarte Wohnfläche zugrunde zu legen, wenn die Abweichung nicht mehr als 10 % beträgt (Fortführung der Senatsurteile vom 24. März 2004, VIII ZR 295/03, NJW 2004, 1947 und vom 23. Mai 2007, VIII ZR 138/06, NJW 2007, 2626).

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