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Temperaturen im Wohnraum Mietrecht


- ein Überblick über die Rechtsprechung –

Der Mieter hat keinen Anspruch auf eine Wohnzimmertemperatur von 22 Grad; ausreichend sind Zimmertemperaturen von 20 Grad und 18 Grad in den Nachtstunden (AG Fürstenwalde Urteil vom 23.06.2005, Az:12 C 481/04).


Der Vermieter ist verpflichtet, durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass in der Mietwohnung in den Wintermonaten in der Zeit von 6.00 bis 24.00 Uhr auch bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius durch die Zentralheizung eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius erreicht werden kann und dass es bei geöffneten Heizkörperventilen nicht zu einem starken Rauschen und Knistern in den Heizkörpern und Heizungsrohren in der Wohnung des Mieters kommt (AG Hamburg, Urteil vom 08.03.1995, Az:41a C 1371/93).


Können in der Mietwohnung auf Grund der Leistungsreserve der Heiztherme bei Außentemperaturen von -12 Grad Raumtemperaturen von 20 Grad erreicht werden, so läßt sich die Wohnung ausreichend beheizen und weist trotz des vom Mieter subjektiv empfundenen Gefühls von Kälte keinen Mangel auf (AG Münster, Urteil vom 31.03.2004, Az:5 C 4958/03).


Kein Mangel ist der sommerliche Temperaturanstieg in einer Dachgeschosswohnung. Abgesehen davon ist es offensichtlich und deshalb bei Vermietung nicht arglistig verschwiegen. Bei Anmietung einer solchen Wohnung muss der Mieter regelmäßig damit rechnen, dass auf Grund der großen Außenwandflächen und der durch die Höhe regelmäßig ungehinderten Sonneneinstrahlung sich die Räumlichkeiten im Sommer mehr erhitzen und im Winter regelmäßig mehr erkalten, als etwa bei Wohnungen in den unteren Geschossen. Der Dachgeschossmieter hat aus diesem Grunde grundsätzlich schon mit höheren Innentemperaturen in der Wohnung zu rechnen, als dies bei Anmietung von Wohnraum in anderen Etagen der Fall ist. Unter Berücksichtigung des Umstandes, geht das Gericht davon aus, dass auch Innentemperaturen von 30 Grad Celsius in Wohnungen im Dachgeschoss durchaus hinzunehmen sind (AG Leipzig, Urteil vom 06.09.2004, Az:164 C 6049/04).

Derartige Heizpflichten treffen übrigens nicht nur den Vermieter. Auch der Mieter ist verpflichtet die Wohnung angemessen zu beheizen. Tut er dies trotz Abmahnung durch den Vermieter nicht, so kann sogar die ordentliche Kündigung erfolgen (LG Hagen, Urteil vom 19.12.2007, Az: 10 S 163/07).

 

Zusammen gefasst und kommentiert von

Boris Mattes

Rechtsanwalt & Fachanwalt für Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht

 

in der Kanzlei Dr. Rommelspacher, Glaser, Dr. Prüß & Partner

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